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Turku 2011

(English version available by Mo.,30.May the latest)

 

Feuer und Flamme für Bäume

 

Turku ist European city of the trees 2011

 

Das European Arboricultural Council (EAC) verlieh am letzten Maiwochenende zum sechsten Mal den Titel „European city of the trees“ an eine europäische Stadt. Der Preis würdigt nachahmenswerte Projekte und besondere Leistungen für Bäume auf innerstädtischen Standorten. In diesem Jahr entschied sich die Jury unter Vorsitz von Jan Goevert aus Deutschland für die südwestfinnische Stadt Turku, die zugleich im Jahr 2011 Europäische Kulturhauptstadt ist. Bereits das Logo der Turku 2011 Foundation, verantwortlich für die Durchführung des kulturellen Programms, erinnert zugleich an eine Flamme und an das Blatt eines Baumes. Die Farbe rot steht nicht nur für das Feuer, sondern auch für die einmalige Herbstfärbung der südfinnischen Bäume und Wälder.

 

Die Preisverleihung fand in einer Feierstunde zum Abschluss der EAC Hauptversammlung statt. Eigens dafür angereist war Marketa Pirklova, verantwortliche Dezernentin für internationale Zusammenarbeit, Kultur und Tourismus aus Prag. Die Tschechische Hauptstadt ist im vergangenen Jahr für seine Verdienste um die Wiederaufforstung seiner historischen Parkanlagen geehrt worden. Marketa Pirklova übergab die Ehrenurkunde an Jurkki Virtanen, dem stellvertretenden Oberbürgermeister der Stadt Turku, dem Mentor für Turkus Bäume.

 

Dass Bäume eine besondere Berechtigung in Städten haben, ist jedem bewusst. Bäume dienen der klimatische Feinjustierung. An heißen Sommertagen ist ein Schattenplatz unter den Linden am Ufer des Aurajoki sehr begehrt. Die Bäume führen zudem von den zahlreichen Brücken von Turkus Innenstadt stets den Blick auf den zentralen Dom. Bäume sind also auch für die Architektur einer Stadt essentiell.

 

In Turku kommt aber noch ein weiterer Aspekt hinzu. In der Vergangenheit ist es in Turku aufgrund der Holzbauweise der meistens Häuser immer wieder zu teils verheerenden Bränden gekommen. Erst nach der Anpflanzung von Grenzbäumen zwischen den Häusern konnten das Übergreifen von Feuer auf ein benachbartes Gebäude eingedämmt werden. Die Grenzbäume wurden zum Opfer der Flammen bevor Leib und Leben in Gefahr gerieten – der entscheidende Zeitgewinn im Kampf gegen die Flammen.

 

Zuletzt wurde Turku im Jahr 1827 fast vollständig zerstört. Unter der Regie des Architekten Carl Ludvig Engel wurde die Stadt systematisch rekonstruiert und sofort wieder aufgebaut. Zuerst Kirche, Rathaus und Markplatz, danach folgten die einzelnen Stadtviertel.  Von Anfang an waren Parkanlagen und Bäume ein wichtiger Bestandteil von Engels Planungen. So entstanden Parkanlagen rund um den Dom und entlang der Ufer des Aurajokis. Ein Großteil der Bäume aus dieser Epoche sind heute noch vorhanden und prägen die Anlagen zwischen Dom und altem Rathaus. Entlang des Aurajokis befindet sich die älteste Lindenallee Finnlands, die Erstbepflanzung erfolgte nachweislich im Jahre 1637.

 

Der Grenzbaum, oft Gegenstand erbitterlichen Nachbarschaftsgezänkes, hat in Turku so manches Leben gerettet. In Zeiten des modernen Brandschutzes und der stetig steigenden Grundstückspreise wundert sich der aufmerksame Baumfreund über den Baumreichtum in der Stadt. In Turku hat man erkannt, dass Bäume ein Stadtbild unverwechselbar prägen können. Die Bäume Turkus erzählen von der wechselvollen Vergangenheit der Stadt. Heute ist der Baumbestand auf privaten Grundstücken besonders geschützt. Das Grünflächenamt der Stadt Turku unterstützt die Baumeigentümer auch finanziell bei der Pflege und der Erhaltung ihrer Bäume.

 

„Typisch Turku“ sagt Aki Mannistö, Turkus Baumchef, und zeigt auf eine Baumkrone, die in der Straße Eerikinkatu zwischen den Häuserzeilen bis etwa zur Mitte der Straße ragt. „Diese Baumreihe wurde mit städtischen Mittel gepflegt“. Sie gehört zu einem Privatgrundstück und besteht aus insgesamt fünf alten Spitzahornen quer zur Straße die zwei Mehrfamilienhäuser voneinander trennt. Diese Bäume stammen noch aus der Zeit in der Holz der wichtigste Baustoff war. Die langfristigen Stadtentwicklungspläne sehen den Erhalt dieser typischen Straßenansicht vor. So ist es kein Wunder, dass in der Stadt 40 Nadelbaumarten und 171 Laubbaumarten vorkommen. Über 8000 Bäume sind in einem städtischen Baumkataster mittlerweile erfasst. Bemerkenswert aus mittel- und südeuropäischer Sicht: Nicht eine einzige Platane ist in Turku zu finden.

 

Die dazu passende Anekdote: „Es hat mal eine Platane der Sorte Stockholm in Turku gegeben. Die hat es aber nicht lange bei uns nicht ausgehalten und ist eingegangen,“ resümiert Aki Mannistö und spielt auf das 19. Jahrhundert an als Turku unter der Knute der schwedischen Truppen stand. Heute ist Turku offiziell zweisprachig, schwedisch und finnisch.

 

Die Begeisterung für Bäume ist in Turku gegenwärtig zu spüren. Im Jahr 2009 wurden am Aurajokiufer Kischbäume unter großer Anteilnahme der Einwohner Turkus gepflanzt. Jeder Bürger durfte „seinen“ Kirschbaum pflanzen der ihm auf Kosten der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Der alte Marktplatz vor den Toren des Domes ist heute ein vielbefahrener Verkehrsknotenpunkt mit angeschlossener Grünanlage und einem sehr altem Baumbestand. Diese Bäume werden nach und nach ersetzt wenn die Standfestigkeit einer der alten Ulmen oder Buchen nicht mehr ausreicht. Auf mehreren Infotafeln wird das Konzept erläutert: Die ehemaligen Verkehrswege entlang des alten Marktplatzes sollen durch Baumpflanzungen wieder belebt werden. Historische Pläne sind die Grundlage für zukünftige Alleen die zum Flanieren auf dem Platz zwischen dem altem Rathaus und Dom einöladen sollen. Der Name Turku ist übrigens aus dem Russischen Wort Turgu (=Marktplatz) abgeleitet worden.

 

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Prague 2010

Ehrung für die Stadt an der Moldau durch den EAC

Prag ist „European city of the trees 2010“

 

Der European Arboricultural Council (EAC) hat zum vierten Mal den Titel „European city of the trees“ an eine europäische Stadt verliehen. Preisträger im Jahr 2010 ist die tschechische Hauptstadt Prag. Der Preis wurde am 12. Juni im Park von Pruhonice, südlich von Prag während der Europäischen Baumklettermeisterschaften überreicht. Die stellvertretende Leiterin des PragerAmtes für Tourismus und Marketing, Michaela Sevcikova nahm den Preis stolz aus den Händen von Arne Mattsson, Gartenamtsleiter der in 2009 geehrten südschwedischen Stadt Malmö, entgegen.  

 

In der Laudatio begründete Jan Goevert, EAC Juryvorsitzender, die Ehrung durch das European Arboricultural Council. In Prag nutzt man seit langem Bäume als Visitenkarte der Stadt. Nicht zuletzt deshalb ist nicht nur das Gartenamt in der Betreuung und Pflege der Bäume involviert sondern auch das Amt für Tourismus und Marketing ist sehr am Erhalt der Bäume in den Prager Parks und Strassen interessiert. Bäume verleihen einer Stadt ein positives Image. Nicht zuletzt aufgrund dieses Engagements ist Prag auch für seine historischen Parks und Gärten berühmt.

 

In Prag werden darüber hinaus Investitionen in die Zukunft der Baumbestände investiert. Im Rahmen des Projektes „Green and clean Prague“ wurden in den vergangenen Jahren über 500 Tsd. neue Bäume gepflanzt. Im Stromovka Park pflanzte im April dieses Jahres der Prager Oberbürgermeister Pavel Bem den 555-tausendsten Baum, eine Linde, gemeinsam mit Vertretern von 12 Partnerstädten. Jede dieser Partnerstädte verewigte sich dort mit einem eigenen Baum.

 

Als Gastgeber der Europäischen Baumklettermeisterschaft im Jahr 2010 betont die Stadt Prag einmal mehr die Wichtigkeit von Bäumen in einem urbanen Umfeld. Bäume sind aber nicht nur ehrwürdige Gestaltungsmerkmale sondern bieten auch den Rahmen um Menschen zusammen zuführen und ein fröhliches und buntes Fest zu feiern.

prague park history 2 charles square

 preisverleihung 1

 

 

 

 

Valencia 2007

Information about Valencia, the award winner of 2007.

 

Malmö 2009

Malmoe_press
 
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